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Ehrung Frau Sandrine Augustin

09. September 2020 In eigener Sache

Ehrung Frau Sandrine Augustin 09.09.2020 Rathaus Dresden

 

Zuhause an meiner Wohnungstür habe ich eine Karte hängen, darauf steht ein Vers, an den es mir wichtig ist, mich immer einmal wieder zu erinnern. Dieser lautet:

„Manchmal muss man danke sagen. Nicht erst morgen. Jetzt, sofort. Auch an Sonn- und Feiertagen. Danke ist ein schönes Wort.“

Vornehmlich deshalb sind wir hier – auch und gerade wenn heute nicht Sonn- und Feiertag ist. Wir – das sind Kolleginnen und Kollegen vom Dresdner Pflege- und Betreuungsverein, von der Landesinitiative Demenz Sachsen e.V. und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft  – sind der Meinung, dass es höchste Zeit ist, einmal „Danke“ zu sagen und eine Person zu ehren und zu würdigen, die sich in besonders hervorragender Weise zum Thema Demenz engagiert.

Frau Sandrine Augustin setzt sich seit vielen Jahren für Menschen mit Demenz, für deren Angehörige und Begleitende ein und versucht durch ihr Wirken, die Situation zu verbessern, zu sensibilisieren, zu informieren und Unterstützung aufzuzeigen.

Das Schulungsprojekt Demenz, in dessen Rahmen Frau Augustin tätig ist und auch wir hier gerade versammelt sind, ist durch die Förderung durch die Landeshauptstadt Dresden und die AG Demenz deutschlandweit einzigartig, aber auch durch das Wirken von Frau Augustin

- sie hat mit Geduld und Fachwissen die Inhalte ausgearbeitet und immer wieder angepasst und weiterentwickelt.

-sie hat trotz vieler auch frustrierender Momente nie aufgegeben und sich immer wieder für das Schulungsprojekt eingesetzt.

Polizeibeamte Dresdens waren 2013 die ersten Schulungsteilnehmer: eine spannende Herausforderung, diese für das Thema Demenz sensibel zu machen: Eine große Leistung von Frau Augustin, sich in diese Berufsgruppe einzufühlen, sie anzusprechen und für die Schulung zu gewinnen.

Seitdem wurde eine bunte Mischung an Teilnehmenden zu Demenz geschult, als größte Gruppe Angehörige und interessierte Bürgerinnen und Bürger Dresdens, aber z.B. auch Mitarbeitende aus dem Pflegebereich, der medizinischen Versorgung und dem Rettungsdienst, aus der Stadtverwaltung und vom Amts- und Betreuungsgericht, von der Post oder auch aus Wohnberatung und Wohnungsgenossenschaften, Bankangestellte, Schüler verschiedenster Klassenstufen, Auszubildende, Studierende, Ehrenamtliche und Alltags- und Seniorenbegleiterinnen und –begleiter und viele mehr, eine vielfältige Mischung…

Sie alle bringen ihre eigenen Perspektiven zum Thema Demenz mit. Frau Augustin schaffte es, all diese Perspektiven zuzulassen und respektvoll zu einem Bild zusammen zu führen: Nämlich: Jeder Mensch ist einzigartig und deshalb ist Demenz so vielfältig.

Nur ein paar wenige, aber wie wir finden sehr beeindruckende, Zahlen zum Projekt:

z.B. wurden im Jahr 2019 insgesamt 90 Veranstaltungen in der Landeshauptstadt Dresden durchgeführt.

Von 2013 bis 2019 nahmen mehr aus 7.000 Personen an den Schulungen, Fachvorträgen und Veranstaltungen teil.

Seit nun 7 Jahren ist Frau Augustin zuverlässige Ansprechpartnerin zum Thema Demenz in Dresden, aber auch charismatische Rednerin, Sorgenhörerin für überforderte Angehörige, Koordinatorin einer Vielzahl von Veranstaltungen und engagierte und herzliche Dresdnerin.

Es ist bewundernswert wie geduldig und gelassen sie es schafft, die immer wieder neuen Schulungssituationen zu meistern: Wenn Schulungsteilnehmer weinen, sich verwirrt zeigen oder unangekündigt kommen und gehen, schimpfen: Frau Augustin findet einen respektvollen Weg, damit umzugehen.

Seit Beginn gab es leider auch immer wieder Unsicherheiten in Bezug auf dieses Projekt: Was sind die konkreten Aufgaben? Wer soll erreicht werden? Wie geht es überhaupt weiter? Frau Augustin hat mit Mut und Geduld den Sinn und Zweck der Schulungen verteidigt: für das Krankheitsbild Demenz sensibel zu machen, Wissen zu vermitteln, wie man mit der Erkrankung Demenz und v.a. mit Menschen mit Demenz umgehen und leben, wie man sie und ihre Angehörigen unterstützen kann. Frau Augustin hat immer wieder betont und vermittelt: Menschen mit Demenz spüren, wie wir mit ihnen umgehen, sie brauchen uns.

Sie hat bei dieser Tätigkeit das Schulungsprojekt durch ihr außerordentliches Engagement und ihre Fachlichkeit in bester Weise geprägt.

Für all dieses wollen wir ihr heute an dieser Stelle ein großes Dankeschön aussprechen, verbunden mit der großen Hoffnung, dass dieses wichtige Projekt noch lange erhalten bleibt und fortgeführt werden kann und Frau Augustin und alle, die in diesem Feld wirken – und es gibt davon zum Glück viele engagierte Menschen – Stärkung, Ermutigung und Unterstützung erfahren.

 



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