Ohne wirksame Präventionsmaßnahmen wird die Zahl der Demenzfälle in Deutschland bis 2060 deutlich ansteigen. Das zeigt eine neue Modellierungsstudie, die verschiedene Zukunftsszenarien berechnet hat. Der wichtigste Treiber ist dabei die steigende Lebenserwartung: Je mehr Menschen ein sehr hohes Alter erreichen, desto mehr Demenzfälle gibt es insgesamt.
Im Hauptszenario der Studie, also bei weiter steigender Lebenserwartung und unverändertem Krankheitsrisiko, wächst die Zahl der Demenzfälle von 1,4 Millionen im Jahr 2018 auf mehr als 2,1 Millionen im Jahr 2060. Noch stärker fällt ins Gewicht, dass auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter künftig fast fünf Demenzfälle kommen könnten.
Die gute Nachricht: Prävention kann den Anstieg spürbar bremsen. In den günstigeren Szenarien der Studie bleiben die Fallzahlen deutlich niedriger, teilweise fast stabil. Das zeigt, dass Maßnahmen gegen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Bewegungsmangel oder andere gesundheitliche Belastungen langfristig eine große Rolle spielen können.
Die Belastung in ostdeutschen Bundesländern wird sich aber vermutlich überdurchschnittlich verschärfen, darunter auch in Sachsen. Dort ist die Bevölkerung vielerorts älter und in ländlichen Gebieten kommen oft weniger junge Menschen nach. Das bedeutet, dass der regionale Pflege- und Betreuungsbedarf in Sachsen stärker steigen dürfte als im westdeutschen Durchschnitt.
Die Erkenntnisse der Studie machen deutlich, dass Demenz nicht nur eine Frage des Alters ist, sondern auch eine der Prävention und der regionalen Versorgung. Wer heute gegensteuert, kann die künftige Belastung zumindest abmildern.
Studie: Schüssel, K., Brückner, G., Schröder, H. et al. Forecast of dementia prevalence in Germany and subnational regions until 2060 using microsimulation. Eur J Epidemiol (2026). https://doi.org/10.1007/s10654-026-01392-4
Bildquelle: geralt von pixabay
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