„Seifenblasengedanken“ – Kindergartenkindern Demenz erklären

„Oma Elfriede, hast du deine Erdbeermarmelade gekauft? Sonst bist du wieder traurig, wenn du sie vergessen hast!“, erinnern die Vorschulkinder der ASB-Kindertagesstätte „Moosmutzelreich“ aus Dürrröhrsdorf-Dittersbach die Handpuppe. Oma Elfriede ist heiß geliebt. Sie erntet viele Komplimente für ihre schöne Frisur und ihr tolles Kleid. Jedes Mal, wenn Frau Denzig vom ASB-Kompetenzzentrum Demenz aus Neustadt in Sachsen zur Spielmodulreihe „KIDZELN©– Kindern Demenz erklären“ kommt, muss Oma Elfriede dabei sein – und natürlich auch der Junge Tom, die andere Handpuppe. Das Gefühle-Lied muss jedes Mal mindestens einmal gesungen werden. „Manchmal bin ich wütend!“, stimmen die Kinder an, dabei gucken sie ganz grimmig unter ihren gesenkten Köpfen hervor und stampfen mit ihrem Fuß auf den Boden. Dann müssen sie aber doch ziemlich lachen, obwohl die Strophe „manchmal bin ich fröhlich“ doch erst noch kommt.

„Wisst ihr noch, was wir die letzten Male gemacht haben?“, werden die Kinder gefragt. „Wir haben in den Spiegel geguckt!“, „Wir haben uns mit der Feder gekitzelt und an Gewürzen gerochen!“, „Wir haben versucht die Seifenblasen festzuhalten, aber die sind einfach geplatzt!“, „Ich muss immer daran denken: Ich stell mir meinen Kopf mal vor, als wäre das ein Haus. Mit Fenster und mit Türen dran – da geht was ein und aus.“, „Wir haben stille Post gespielt!“, „Wir haben einen Vulkanausbruch gemacht!“, „Wir sind alle wichtig und wertvoll!“, …

Von diesen und noch vielen weiteren Antworten ist sogar ihre Erzieherin beeindruckt. Dann fragen die Kinder, ob sie nochmal das Lied „Kennst du das Land Gerontolon?“ über die Menschen mit Demenz singen können. Na klar, können sie – mit vollem Körpereinsatz sogar.

Und so wird in dieser Spielmodulreihe getrommelt, gesungen, erzählt, zugehört, gefühlt, gespielt, geraten und gelacht. Dabei Lernen die Kinder nicht nur etwas über die Sinne, das Gehirn und die Demenz, sondern auch über einen respektvollen Umgang mit Menschen im Allgemeinen. Ihre Persönlichkeit und ihre empathische Kompetenz werden gestärkt.

Als die Spielmodulreihe zu Ende geht, fällt der Abschied schwer: „Geh noch nicht!“, „Können wir nicht nochmal die Achterbahn machen?“, „Kann der Tom nochmal kichern? Aber ganz lange – bis die Welt untergeht!“

 

Für nähere Informationen oder bei Interesse an einer kostenfreien Schulung zum Thema Demenz für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen im Rahmen des LEADER-geförderten Projektes „BESIK – Bilden – Erschließen – Sensibilisieren – Informieren – Kompetenzen vermitteln“ wenden Sie sich gerne an:

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(Quelle: PM ASB OV Neustadt/Sachsen)